Sie sind hier

Fastenbrechen in der UniMensa Köln

18.09.2011   |   In: Break fast, break barriers!

Weit über 500 Gäste sind am Freitag, den 19.8.201, der Einladung der IHV Köln
zum gemeinsamen Fastenbrechen in der Mensa der Uni Köln gefolgt. Menschen
unterschiedlichster Herkunft, Muslime und Nicht-Muslime kamen zusammen, um
gemeinsam zu speisen, sich kennenzulernen und auszutauschen. Der Abend konnte
vor allem durch eine intensive Vorbereitungsphase gelingen. Wochenlang wurde
gemeinsam diskutiert, hunderte E-Mails ausgetauscht und bei mehreren Treffen die
Veranstaltung geplant. Poster und Flyer wurden auf dem gesamten Campus der Uni
und anderer Hochschulen verteilt, auch über Facebook und den IHV-Verteiler erfuhren
die Gäste von dem Abend.
Am Veranstaltungstag selbst traf sich einige Stunden vor offiziellem Beginn eine große
Gruppe von über 30, um den Saal festlich zu schmücken, die Technik aufzubauen, das
Buffet aufzubauen, einen kleinen Brunnen als Symbol für die Spendenaktion zu basteln
und noch viele andere Aufgaben zu erledigen.

Um 19:15 Uhr wurden die Türen geöffnet und die Besucher strömten nach und nach in den
Veranstaltungsraum. Recht schnell wurde klar, dass weit mehr als die angepeilten 400
Gäste kommen würden. Im Laufe des Abends wurde es so voll, so dass mit Erlaubnis
der UniMensa die Gäste die Terrassenplätze nutzen durften. Gott sei Dank
spielte das Wetter mit! So stand einer großen Feier nichts mehr im Wege.

Unsere Moderatoren Cemile und Hakam eröffneten um 19.40 Uhr offiziell den Abend.
Zunächst trug Abdulaziz Aldossary mit schöner Stimme die koranische Sura Mariam aus dem
Koran vor. Im Anschluss begrüßten der Vorsitzende der IHV Köln, Yusuf Sari und Karl-
Heinz Korn vom Akademischen Auslandsamt der Universität zu Köln die zahlreichen
Gäste: Zum ersten Mal ist es der IHV Köln gelungen, einen großen Anteil von Nicht-
Muslimen zum Iftar einzuladen, was sehr positiv zur Kenntnis genommen wurde.

Im Anschluss wurde es ernst: Mimoun, ehemaliger Vorsitzender der IHV und
weiterhin sehr aktiv im Team, stellte das IHV-Brunnenprojekt vor. Ziel des Projekts
war es, 3000 Euro zu sammeln, um den Bau eines Brunnens inmitten einer Schule im
Sudan zu ermöglichen. In einem dringenden Appell erinnerte er an die Vorzüge des
Spendens und gerade dieses Projektes, da kontinuierlich und langfristig Bedürftigen
geholfen werde. Hierbei verwies er auf das prophetische Wort: „Der Bau eines Brunnens ist eine laufende Sadaqa (=freiwillige Almose).

Während du hier sitzt, kriegst du gute Taten gutgeschrieben aufgrund eines Brunnens,
welchen du vielleicht schon lange vergessen hast.“

Danach wurden die Spenden gesammelt: Zum einen wurden direkte Spenden
angenommen, zum anderen wurden sieben Teile eines selbst gemalten Brunnen-
Bildes versteigert. Der Erfolg dieser Aktion überstieg alle Erwartungen und Träume des

IHV-Teams: An diesem Abend und im Vorfeld der Veranstaltung konnten über 12.200
Euro gesammelt werden! Ein einziger Brunnen
sollte gebaut werden und nun sind es mindestens vier! Eine großartige Leistung aller
Spender, egal ob groß oder klein, jung oder alt, Muslim oder nicht: Viele Hände und
Herzen haben zu diesem Erfolg beigetragen. Die IHV Köln bedankt sich an dieser Stelle
nochmals bei allen Spendern und Unterstützern der Aktion.

Parallel zum Programm liefen die Vorbereitungen für das Fastenbrechen, das um Punkt
20:51 Uhr sein sollte, in vollem Umfang weiter. Ein Fotograf des Kölner-
Stadt-Anzeigers erschien zwischendurch in der Küche und schoss Fotos, was die
konzentrierten Studenten/Studentinnen nicht störte, und er schien sichtlich überrascht
über das organisierte und schnelle Vorgehen bei den Vorbereitungen zu sein. Noch
bevor es soweit war stellten sich alle Helfer/innen, die für die Essenausgabe zuständig
waren, mit den Suppenkellen und Löffeln in der Hand hinter das Buffet, welches auf
zwei Tische verteilt war. Die von den Fastenden ersehnte Essensausgabe konnte nun
beginnen.

Am Ende der Brunnen-Aktion war es soweit: Der Gebetsruf ertönte und das Fasten
durfte gebrochen werden; zahlreiche Gäste reihten sich in den Schlangen für das Buffet
ein. Zum Menü, welches von der DITIB und dem Restaurant Al-Salam gesponsert
wurde, gehörten eine Linsensuppe, Salat, Kalbfleisch mit Reis und zum Nachtisch
arabisches Gebäck und Süßigkeiten. Eine Dattel durfte natürlich auch nicht fehlen;
mit ihr wird traditionell das Fasten gebrochen. Viele Gäste nutzten die Zeit; um sich mit
ihren Tischnachbarn über Gott und die Welt zu unterhalten. So wurde ein wichtiges
Anliegen der IHV umgesetzt: Den Dialog zwischen den Kulturen fördern und zu
der Feststellung kommen, dass es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt.
Medizinstudent Tucker (22) zog folgendes Fazit: „Ich habe hier eine totale kulturelle

Vielfalt entdeckt: Schwarze, weiße, gelbe Menschen waren mit dabei und haben sich
trotz unterschiedlicher Herkunft oder Kultur bei einem gemeinsamen Essen kennen
gelernt und sich toll unterhalten. Mir hat es sehr gut gefallen und beim nächsten Mal bin
ich gerne wieder mit dabei!“

In diesem Sinne ließen die Gäste den Abend ausklingen und gingen hoffentlich
zufrieden nach Hause. Für das IHV-Team war der Abend natürlich noch nicht ganz
beendet, die Aufräumarbeiten und die Auszählung der Spenden standen noch auf dem
Programm. Angesichts der erzielten Spendensumme durch die Brunnenaktion fielen
diese Arbeiten besonders leicht, denn jeder aus dem Team wusste: Dafür hat sich der
ganze Aufwand definitiv gelohnt.

An dieser Stelle dankt die IHV Köln besonders unseren Kooperationspartnern, dem
Akademischen Auslandsamt und dem Kölner Studentenwerk, auf deren Unterstützung
wir stets zählen konnten. Ein Dank gebührt auch den drei Mensa-Mitarbeiter/innen der
Spülküche, die uns tatkräftig mitgeholfen haben. Erst durch diese Unterstützung und
Kooperationen konnte der Abend gelingen.
 

Tags: