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Erste bundesweite Akademikerversammlung des RAMSA

06.05.2013   |   In: RAMSA Mitteilungen

Am 14. April versammelten sich zum ersten Mal muslimische Akademikerinnen und Akademiker aller Fachrichtungen aus ganz Deutschland im Goethe-Hafis-Saal in Düsseldorf auf Einladung des Rates muslimischer Studierender und Akademiker (RAMSA).

Die Namensgeber der sehr angenehmen Örtlichkeit standen sinnbildlich für den hohen Anspruch und die Erwartungen an die Veranstaltung sowie für die Begegnung von Gleichgesinnten. Mit diesem Treffen wurde der Grundstein gelegt zu einer Organisation der muslimischen Akademikerinnen und Akademiker in Deutschland, analog zu der bereits seit sechs Jahren bestehenden erfolgreichen Organisation muslimischer Studierender unter dem Dach des RAMSA.
 
Bacem Dziri, amtierender Präsident des RAMSA, eröffnete das Programm mit einer Darlegung der Leitgedanken des RAMSA. Es ging um die Schaffung und die effizientere Nutzung von Synergieeffekten, die weitreichende Wirkungen auf Hochschule und Gesellschaft haben können und sollen. Eine Steigerung dieser Gestaltungskraft sei nun an der Zeit, durch die organisierte Bündelung der Akademiker.
Die Anfänge und die Entwicklung des Rates wurden den Gästen von der Generalsekretärin, Hatice Durmaz, vorgestellt – vielen waren diese teilweise vertraut, da sie bereits während ihres Studiums im Rahmen einer Hochschulvereinigung an der RAMSA-Arbeit mitgewirkt hatten, und nun gespannt waren, die nächste Stufe der Arbeit zu sehen.
Vize-Präsident Kaan Orhon veranschaulichte die Strukturen, die verschiedenen Positionen und Gremien der Organisation, mit besonderem Fokus auf den für die Akademikerschaft Relevanten, die es nun zu aktivieren galt.
 
Neben den Vertretern des RAMSA-Präsidiums waren auch Gäste aus den Reihen der Akademikerschaft geladen, um weitere Facetten der Akademikerarbeit zu beleuchten. Raida Chbib setzte die Arbeit des Rates in einen historischen Kontext, indem sie die Geschichte bisheriger Projekte zur Organisation der muslimischen Akademikerschaft in Deutschland nach verfolgte, bis zurück in die 50er Jahre.
Ihr informativer Beitrag unterstrich die Wichtigkeit einer engagierten aber auch gut geplanten und nachhaltigen Akademikerarbeit, um aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und ebenso die von vorangegangenen Generationen erbrachten Leistungen zu bewahren.
 
Mounir Azzaoui, der das muslimische Studienförderungswerk Avicenna e.V. vorstellen wollte, musste leider aus persönlichen Gründen auf eine Teilnahme verzichten, obwohl es ihm ein großes Bedürfnis gewesen war, bei diesem historischen Treffen zugegen zu sein.
 
Die Versammlung blieb keine reine Information für die anwesenden Gäste, sondern bot mit einer offenen Runde Gelegenheit zu Austausch, Nachfragen, Lob und konstruktiver Kritik. Nicht zuletzt konnten sich die Akademiker selbst einbringen, Projekte vorschlagen, Anregungen geben und ihre Hoffnungen und Wünsche für die anstehende Arbeit zu Gehör bringen. Mit der Vernetzung von Lehrern, Medizinern, Juristen, Theologen und Islamwissenschaftlern sowie Vertretern zahlreicher anderer wissenschaftlicher Felder wurde ein unschätzbares Potenzial geschaffen beziehungsweise weiter gefördert, welches die muslimische Gemeinschaft in Deutschland wie auch die Gesellschaft als Ganzes erheblich voranbringen kann. Die Bedeutung einer effektiven und den Bedürfnissen der Akademiker angepassten Arbeitsstruktur, wie der RAMSA sie anstrebt, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Mit einem reichhaltigen Buffet ging die Veranstaltung nach etwa vier sehr produktiven Stunden zu Ende; die lebhaften Gespräche wurden in informellem Rahmen bei einem Kaffee oder Tee noch lange weiter geführt.