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Abschlussbericht RAMSA Akademie im Projekt Zukunft bilden!

15.01.2020   |   In: Zukunft bilden

Trainingsprogramm der RAMSA Akademie

Die RAMSA Akademie war seit der Gründung des Rates ein wesentlicher Bestandteil der Vereinsarbeit und bildete seither zahlreiche Studierende und AkademikerInnen in verschiedenen Bereichen des muslimischen Engagements an den Universitäten bundesweit aus. Sie ist seither eine Plattform für einen respektvollen und akademischen Austausch sowie der kritischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ideologien, Theorien und Überzeugungen.

Mit dem Projekt Zukunft bilden! wurde das modulare Trainingsprogramm der RAMSA Akademie erstmals als vollständiges Programm durchgeführt. Mit dem Projekt „Zukunft bilden!“ möchte der RAMSA drei wesentliche Ziele erreichen:

1. Empowerment muslimischer MultiplikatorInnen, insbesondere Studierende und AkademikerInnen jeder Fachrichtung, um sie zu befähigen eigenständig extremistische und exkludierende Meinungen, Tendenzen und Ideologien zu dekonstruieren und Konflikte selbstständig zu managen.

2. Prävention von Extremismus durch Aufklärung, Sensibilisierung und Betreuung der Zielgruppe und 

3.  Den interreligiösen und interkulturellen Dialog zu fördern und zu stärken.

Diese Ziele wurden im Wesentlichen durch das Trainingsprogramm der RAMSA Akademie erreicht.

Basiskurs zur Ausbildung von MultiplikatorInnen

Um diese zu verwirklichen, wurden zwei Kurse entwickelt, ein Basiskurs, der alle grundlegenden Inhalte und Skills vermittelt sowie ein Aufbaukurs, mit dem die Multiplikatoren zu Coaches ausgebildet werden. Der Basiskurs besteht aus 5 Modulen, 4 Pflichtmodule und 1 Wahlmodul. Die 4 Pflichtmodule bauen auf zwei Grundbausteine auf, die für den Erfolg des muslimischen Engagements wesentlich sind, den gesellschaftspolitischen Grundlagen (Politik & Gesellschaft) und den religiösen Grundlagen (Religion & Gesellschaft). Derzeit werden in den Modulen die Themen u.a. : Umgang mit Meinungsverschiedenheiten, Feindbilderkonstrukutionen, erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit, NPO-Management. Mit dem Abschluss des Basiskurses sind die Teilnehmer*innen befähigt, ihre Vereinsarbeit erfolgreich durchzuführen und diese zu leiten. Mit dem Aufbaukurs werden die Multiplikatoren zu MentorInnen und Coaches ausgebildet. Anhand von 3 Modulen, die auf den Modulen des Basiskurses aufbauen und im Wesentlichen, die Analysekompetenz zu aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen fördert. So wurden zb. die diskursanalytischen Kompetenzen zu extremistischen Ideologien anhand von Daesh und Hizb-ul-Tahrir als auch zu Verschwörungstheorien in diesem Kontext und zu aktuellen tagespolitischen Themen geschärft.

Der RAMSA Aufbaukurs zur Ausbildung von MentorInnen

Die Seminare und Workshops des Aufbaukurs unterscheiden sich zu denen im Basiskurs, durch die Anzahl und die Methodik. In den Aufbaumodulen ist die Teilnehmerzahl auf 10 begrenzt, während die Workshops und Seminare in den Konferenzen durchaus von bis zu 50 Personen besucht werden. In den Seminaren der Aufbaumodule fordern die ReferentInnen, die Reflexionsfähigkeit der TeilnehmerInnen heraus und fördern eine offene Auseinandersetzung mit ihren eigenen Überzeugungen. In den Workshops setzen die TeilnehmerInnen die gelernten Strategien um, und halten u.a. Pecha-Kucha Stil einen kleinen Vortrag, der von ihren Mitstreitern bewertet und offen diskutiert wird.

Seit der Aufnahme des Trainingsprogramms im Juni 2016 nahmen mehr als 500 Studierende und AkademikerInnen aus ganz Deutschland die Angebote der RAMSA Akademie wahr. Die Workshops, Seminare und Fachgespräche wurden aus dem Bedarf heraus entwickelt, das studentische Engagement muslimischer Studierender an deutschen Hochschulen zu stärken und zu fördern.

Von August 2016 bis Dezember 2019 wurden 16  Workshops, 13 Seminare, 8 Konferenzen, 3 interdisziplinäre Fachgespräche (des JuristInnennetzwerks) und 1 großer Bundeskongress an verschiedenen Orten bundesweit organisiert.

Hierbei wurden mehr als 150 Studierende in den verschiedensten Bereichen des Ehrenamts ausgebildet und 50 Studierende haben das gesamte Programm in den letzten zwei Jahren erfolgreich absolviert. Derzeit nehmen noch mehr als 100 Studierende am Programm teil und werden in den nächsten 1,5 Jahren das Programm erfolgreich abschließen. Die AbsolventInnen sind befähigt eigene Projekte durchzuführen und eigene Workshops und Seminare zu organisieren und zu leiten. Außerdem nahmen etwa 30 Absolventen Führungs- und Leitungsfunkionen im RAMSA  und anderen Projekten wahr.

Wirkung individuell und vor Ort

Zahlreiche Teilnehmer*innen konnten dadurch langfristig für das studentische Engagement gewonnen werden. An einigen Standorten wurden interreligiöse Veranstaltungen wie das Café Abraham durchgeführt, basisdemokratische Strukturen eingeführt, Vereinnahmungen verhindert, die erworbenen Kenntnisse in Form von Workshops an die eigenen Mitglieder weitergegeben.

Weiterhin berichteten viele Studierende von der positiven Wirkung auf ihre Weltsicht und den aktuellen gesellschaftspolitischen Herausforderungen. In vielen Seminaren konnten „Aha“Effekte eine ernsthafte Auseinandersetzung der Teilnehmer*innen mit ihren eigenen Überzeugungen ausgelöst werden. Diese Erkenntnisse spiegelten sich oft in der Initiierung neuer Projekte oder auch durch die Durchführung von ähnlichen Bildungsveranstaltungen vor Ort wieder.