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Betreuungseinsätze für Hochschulgruppen im Rahmen des Projekts 2016-19

14.11.2019   |   In: Zukunft bilden

Studierenden zuhören – Studierenden helfen – Zukunft bilden!

Seit seiner Gründung wirkt der RAMSA e.V. aus seinem wohlverstandenen islam-ethischen und gesellschaftlichen Selbstverständnis heraus in seiner alltäglichen Arbeit präventiv gegen religiös begründeten Extremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Diese Präventionsarbeit vollzieht sich über seine Öffentlichkeitsarbeit, über den interreligiösen Dialog sowie über diverse Veranstaltungen und Publikationen. Im Rahmen des Projekts „Zukunft bilden!“ (2016-2019) verfügte RAMSA auch über die Maßnahme „Betreuungseinsätze/Interventionen“.

Kern- und Angelpunkt der direkten, unmittelbaren Präventionsarbeit innerhalb des Projekts bilden und bildeten Interventionsgespräche. VertreterInnen des RAMSA e.V. wurden von Mitgliedern oder muslimischen Hochschulgruppen bei Konflikten, die in den Bereich extreme, Dritte ggf. einschränkende Argumentation fielen, kontaktiert, zu Rate gezogen oder direkt besucht. Es fanden persönliche Interventionsgespräche statt, die negative Einflüsse von einschlägigen Gruppierungen verhinderten und Argumente im Rahmen von Trainings lieferten. Immer wieder kamen bspw. Gruppierungen, die eine Geschlechtertrennung durchsetzen wollten oder Frauen ohne Kopftuch eine leitende Funktion aberkennen und verhindern wollten. Hier hat der RAMSA e.V. erfolgreich Vorständen beim Dagegenhalten unterstützt und gestärkt.

Die ProjektmitarbeiterInnen leisteten auch Hilfestellungen bei öffentlichen Stellungnahmen oder Pressemitteilungen oder begleiteten Studierende bei Gesprächen mit offiziellen Stellen zur Klärung von Konflikten. Hierbei sollte Studierenden, die oftmals eigenverschuldet, aber ohne große Kenntnisse der Materie in problematische Argumentationen fielen durch Aufklärung eine Alternative geboten werden.

Durch diese professionalisierten Interventionen förderte RAMSA gezielt den Kontakt, die gegenseitige Anerkennung und ein harmonisches Zusammenleben zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion. Überdies sollte auf unterschiedlichen Ebenen die positive Identifikation mit der Gesellschaft gestärkt werden.

Die einzelnen Erfahrungen der in diesem Bereich tätigen EhrenamtlerInnen des RAMSA wurden gesammelt, fachlich bearbeitet und evaluiert. Aus den Erfahrungen werden auch zukünftig mittels wissenschaftlicher Begleitung praktische Handlungshilfen für Interventionen in prekären Situationen entwickelt und bereitgestellt werden.

Ein Ergebnis aus den im Rahmen der Evaluation der Interventionseinsätze ist die Notwendigkeit der Bereitstellung einer Grundsatzhaltung (online abrufbar)  zu religiös begründetem Extremismus, welches Hochschulgruppen bei Einverständnis nutzen und sich somit klarer abgrenzen können.