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Jahresrückblick 2018 zum Projekt Zukunft bilden! RAMSA publiziert ersten Sammelband!

01.01.2019   |   In: Zukunft bilden

Liebe PartnerInnen, Freunde und UnterstützerInnen des Projekts Zukunft bilden des RAMSA e.V.

wir wünschen ein frohes neues Jahr und freuen uns auf weitere tolle Veranstaltungen  zur MultiplikatorInnenförderung im Jahr 2019.

Zu Beginn des Jahres möchten wir Ihnen einen kleinen Rückblick auf unser ereignisreiches Projektjahr 2018 gewähren.

Auch 2018 fokussierte unser Projekt Studierende, AkademikerInnen und NetzwerkpartnerInnen. Wir konnten durch regionale Austausch- und Diskussionsplattformen (Regionalkonferenzen) hunderte Studierende erreichen und aktiv in die Projektgestaltung einbinden. Auch AkademikerInnen konnten wir durch juristische Fachgespräche zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen vermehrt erreichen. 2019 wollen wir AkademikerInnen noch stärker einbinden. Besonders durch das breite Netzwerk der durch RAMSA mitgegründeten BAG RelEx und Treffen mit christlichen HochschulgruppenvertreterInnen konnte der Austausch mit zivilgesellschaftlichen Akteuren intensiviert werden.

Desweiteren konnten wir ab April 2018 der CLAIM Allianz die Koordination und Ausrichtung des 2014 vom RAMSA ins Leben gerufenen "1. Juli-Tag gegen antimuslimischen Rassismus" übergeben und schlossen die Übergabe im Juni ab.

Zahlen: hohe Anzahl an jungen Frauen unter den Teilnehmenden

2018 erreichten wir mehr als 275 Teilnehmde, davon 100 im Alter von 18-24 Jahren. 160 der Teilnehmenden waren weiblich. Die Projektarbeit erreichte somit muslimische junge engagierte und best ausgebildete Frauen, die ihre Netzwerke, Social Skills verbessern und ihr ehrenamtliches Engagement professionalisieren konnten.

Konferenzen und Regionalkonferenzen

Die Regionalkonferenzen fungieren als regionale Austausch- und Diskussionsplattformen. Die Zielgruppe wurde mit extremistischer Rhetorik konfrontiert und Mechanismen aufgezeigt, wie diese Rhetorik dekonstruiert werden kann. Durch den Austausch konnten die Teilnehmenden untereinander eigene Erfarhungen und Lösungen teilen und präventiv in Ihrer Arbeit vorgehen.

Bad Honneff

Die Regionalkonferenz NRW fand mit 60 Teilnehmenden vom 06.04 bis zum 08.4.2018 in Bad Honnef unter dem Motto "(Er)finde den Weg - vom mission to vision" statt.

Alfsee

Die Regionalkonferenz Mitte unter dem Motto "Wenn zwei sich streiten...!" fand vom 19. bis 21. Oktober 2018 am Alfsee statt. Die Teilnehmenden setzten sich mit provozierender, extremer Rhetorik auseinander. Methoden, wie junge Studierende und junge MuslimInnen durch emotionalisierte Debatten für extreme Ansichten gewonnen werden sollen, wurden kritisch hinterfragt und beleuchtet. Workshops, die Argumente auf Tauglichkeit überprüften fanden parallel statt. Während der Konferenz hatten MultiplikatorInnen aus Hochschulgruppen in ganz Deutschland die Gelegenheit, sich über Erfahrungen lokal, aber auch im Netz auszutauschen. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit der Vermittlung von wertgestützten und demokratischen Kommunikationspraktiken.

Heilbronn

Die Regionalkonferenz Süd West fand unter dem Motto "Striving for excellence" vom 2. bis zum 04. November 2018 in Heilbronn statt. Eine weitere Besonderheit der Regionalkonferenzen war es, dass Studierende aktiv in den Prozess der Organisation dieser Konferenzen eingebunden wurden. So beschäftigten die Teilnehmenden sich auf dieser Konferenz mehrschichtig mit dem Thema "Öffentlichkeitsarbeit" und konnten mehrere Fortbildungen hierzu genießen, um auch ihre Programme an den lokalen Hochschulen, aber auch an weitere Peers weiter zu geben.

Schulungen

2018 konnten wir in kleineren Runden intensiver Themen im Spektrum religiös begründeter Extremismus studieren. Hierzu boten wir im Projektbüro in Köln ein Seminar und einen Workshop an mit den Titel "Verschwörungstheorien erkennen und dekonstruieren" und "Widerlegung extremistischer Ideologien" mit jeweils 10 Teilnehmenden. Mit den Schulungen bezweckten wir die Aufklärung, Sensibilisierung und Qualifizierung von MultiplikatorInnen im Umgang mit antidemokratischen, menschenfeindlichen und extremistischen Ideologien, Tendenzen und Menschen. Das Feedback der Teilnehmenden war durchweg positiv. Schulungen sollen deshalb auch im Jahr 2019 weiter als Maßnahme angeboten werden.

Strategieberatungen und Interventionseinsätze

Zum Projekt gehört es MultiplikatorInnen aus der Zeilgruppe beim Erkennen von Strukturen radikaler Gruppen, ihrer Methoden und der Entwicklung präventiver Ansätze professionell beizustenen. Durch über 30 Einsätze im gesamten Bundesgebiet könnte die Zielgruppe beraten und sensibilisiert werden. Mehreren Versuchen an Hochschulen konnte konfliktfrei und im Interesse der Zielgruppe und der Öffentlichkeit ausgrenzendem Verhalten entgegen gewirkt werden, was wir als großen Erfolg einstufen. Insbesondere junge Frauen, die die Angebote im Projekt dominierten, konnte öffentliches ehrenamtliches Engagement bestärkt werden.

Publikation des Sammelbands "Aufbruch statt Abbruch - Religion und Werte in einer pluralen Gesellschaft"  beim Herder Verlag

Eine besondere Freude im Jahr 2018 war die Publikation unseres ersten Sammelbands, herausgegeben von den beiden Wissenschaftlern Bacem Dziri und Prof Dr. Amir Dziri, die sich verschiedenen Zukunftsszenarien mittels einer plural ausgewählten AutorInnenschaft nähern. Das Buch wird Studierenden in Hochschulgruppen als Diskussions- und Organisationsgrundlage für Veranstaltungen dauerhaft nützlich sein.

Hier ein Auszug:

„Die Anzahl muslimischer Intellektueller, die sich auf Augenhöhe zu globalen Herausforderungen konstruktiv und intersubjektiv zugänglich zu artikulieren vermögen, ist gering. Und dennoch scheinen in diesem Kontext im Hinblick auf den Islam zwei Phänomene als unverhältnismäßig und daher prägnant. Zum einen betrifft es die Fetischisierung der Deutungskategorie Religion, spezifischer:
Islam, in allen Wahrnehmungen und Bewertungen von Haltungen und Handlungen von Menschen, die in mehrheitlich muslimischen Ländern leben oder aus diesen Ländern kommen.
Andere Bewertungsmaßstäbe wie soziale Zugehörigkeit, politische Orientierung, Bildung oder biografisch bedingte Wertedispositionen werden als Deutungskategorien im Vorhinein weitestgehend ausgeschlossen. Innerhalb einer solchen Perspektive zum Ergebnis zu kommen, der Islam dominiere das Denken und Handeln jener Gesellschaften, bis hin zur Feststellung einer totalen oder faschistischen Religion, ist folgerichtig, wenn man keinen anderen Maßstab zur Wahrnehmung nahöstlicher Gesellschaften zulässt, mit Blick auf ihre Sachmäßigkeit allerdings äußerst zweifelhaft.
Auf der anderen Seite spiegelt sich diese europäische Fetischisierung des Islams als absolute Ordnungsgröße muslimischer Gesellschaften in einer orientalischen Fetischisierung des Islams wider, die den Islam nur allzu gerne und gerade genau als einzige absolute Ordnungsgröße muslimischer Gesellschaften sehen würde und ihrerseits in einer essenzialistischen Reinheitsideologie jegliche Ansätze der historischen Genese oder kulturellen Verfechtung leugnet. Wird in beiden Perspektiven die Wirkungskraft des Islams hier nicht grotesk überschätzt?"
 

Vortragsreihe Bringing the Scholars In!

Auch 2018 konnten wir Gelehrte aus dem Ausland nach Deutschland einladen, die sich mit innermuslimischen Positionierungen zu Themen wie Rassismus, Extremismus, Ausgrenzung und Seelenwohl beschäftigten. Sheikh Hamdi Ben Aissa und die Pädagogin Ustadha Shahnaz Karim traten am 09.12 in Karslruhe und am 10.12. in Berlin mit den Themen "With a compassionate eye- Healing from arrogance" und "Confronting racism comprehensivly". Die Vorträge können auf RAMSAs Youtube Channel nachgehört werden und sind in der Vortragsreihe "Bringing the scholars hin!" integriert.

 

Wir freuen uns auf das Jahr 2019! Und bedanken uns nochmals ganz herzlich insbesondere bei allen ehrenamtlichen UnterstützerInnen und den Förderern unseres Projekts.