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Pressemitteilung zum Verbot der Organisation "Muslim Interaktiv"
Pressemitteilung
RAMSA begrüßt ausdrücklich das Verbot von „Muslim Interaktiv“ und klärte seit Jahren aktiv über Hizb-ut-Tahrir-nahe Ideologien auf
Köln, 05. November 2025 – Der Rat muslimischer Studierender & Akademiker e.V. (RAMSA) begrüßt ausdrücklich das vom Bundesinnenministerium verhängte Verbot der Organisation Muslim Interaktiv.
Für RAMSA ist dieser Schritt ein längst überfälliges Signal des Rechtsstaates gegenüber religiös begründetem Extremismus, der unter dem Deckmantel von Frömmigkeit Muslim:innen bedrängt, einschüchtert und spaltet.
„In den meisten muslimisch geprägten Ländern ist Hizb ut-Tahrir bereits verboten. Solche extremistischen Akteure versuchen, Musliminnen und Muslime zu vereinnahmen, Debatten zu verzerren und Emotionen für ihre politischen Zwecke zu instrumentalisieren“, erklärt Ayşe Cindilkaya, Präsidentin des RAMSA e.V. „Sie vermengen diese Erfahrungen mit Abwertungs- und Niedergangsnarrativen und erzeugen ein permanentes Bedrohungsszenario, um Misstrauen gegenüber der Gesellschaft zu schüren. Sie zielen auf Spaltung und Entfremdung und verhindern die Teilhabe, die wir ausdrücklich fördern. Letztlich geht es ihnen darum, Muslim:innen zu verunsichern und vom Rechtsstaat zu entfremden – dabei ist gerade dieser verpflichtet und gewillt, alle Bürger:innen gleichermaßen zu schützen.“
“Verbote sind gerade in diesem Fall notwendig, aber sie ersetzen keine Aufklärung“, betont Cindilkaya. „Wir müssen den Extremismus auch theologisch entwaffnen. Viele junge Muslim:innen - insbesondere im digitalen Raum - erkennen nicht, mit wem sie es zu tun haben. Vergleichbare Herausforderungen berichten uns Expert:innen aus dem Kampf gegen Narrative, Symbole oder Akteure aus anderen Spektren, wie dem Rechtsextremismus.”
RAMSA benennt in seinem Policy-Paper klar: Bildung und auch religiöse Aufklärung können den Nährboden austrocknen, den Gruppen wie Generation Islam oder Realität Islam ausnutzen. Besonders im Hochschulkontext hat RAMSA langjährige Erfahrung darin, junge Menschen religiös zu stärken und sie argumentativ gegen ideologische Verführer:innen zu wappnen und ihre Selbstwirksamkeit zu stärken - etwa durch Schulungen der RAMSA-Akademie, formulierte Positionspapiere oder Interventionen.
„RAMSA hat seit Jahren öffentlich und gegenüber Behörden auf die Strategien von Hizb-ut-Tahrir-nahen Akteuren hingewiesen - lange bevor die Gefahr politisch wahrgenommen wurde“, so Cindilkaya weiter. „Wir haben uns dem Bundesinnenministerium mehrfach als Partnerin angeboten, weil wir überzeugt sind: Wirksame Prävention braucht religiöse Kompetenz. Wir wollen, dass zahlreiche Stimmen der Vernunft lauter werden als die der Ideologinnen und Ideologen.“
Cindilkaya begrüßt zudem das klare Signal, das Torsten Voß, Leiter des Landesamts für Verfassungsschutz Hamburg, mit seiner Einordnung des Verbots sendet: Es richte sich nicht gegen Muslim:innen, sondern gegen Verfassungsfeinde, die die Religion des Islam für ihre politischen Zwecke missbrauchen. „Das Verbot schützt damit ausdrücklich auch die Religion selbst“, so Cindilkaya.
RAMSA fordert, dass das Verbot von einer langfristigen Präventions- und Bildungsstrategie begleitet wird. Eine Präventions- und Bildungsstrategie ist notwendig z.B. auch im Themenfeld “Muslimbruderschaft”. Dafür braucht es stabile Partnerschaften zwischen Staat, Zivilgesellschaft und denjenigen Akteur:innen, die in den muslimischen Communities Vertrauen genießen. Nur so können nachhaltige Strukturen der Aufklärung und Resilienz gegen extremistisches Denken entstehen.
Policy Paper Rat muslimischer Studierender und Akademiker e.V.: https://www.ramsa-ev.de/sites/default/files/sites/default/files/haltung_zu_religios_begrundetem_politischem_extremismus_und_legalistischen_islamismus_a.pdf
Kontakt: info [at] ramsa-ev.de






